Themenartikel Ariana

Ich werde oft gefragt ob ich von meinem Job erzählen kann damit junge Menschen besser einschätzen können, ob die Arbeit am Theater auch für sie der richtige Weg wäre und meine Antwort ist immer die selbe: Wenn du dir nicht 100% sicher bist, dass es das einzige ist, was dich erfüllt, dann studiere etwas Anderes, denn wenn du diesen Job nicht aus Leidenschaft machst und es nicht der Einzige ist, indem du dich siehst, dann wirst du am Theater nie glücklich sein!

 

Im Zeitalter der Castingshows und Socialmedia sieht es so aus als wäre man nur ein Casting oder eine Videosensation von einer erfolgreichen Karriere und dem perfekten Leben entfernt aber was kaum jemand zeigt, ist was dir dieser Job abverlangt und wieviel du für ihn einstecken musst.

 

Mit 3 Jahren stand ich das erste Mal tanzend auf einer Bühne. Mit 15 habe ich das erste Mal auf einer Bühne alleine gesungen. Mit 17 habe ich mich dafür entschieden die Bühne zu meinem Beruf zu machen und seit ich meine Ausbildung mit 21 Jahren abgeschlossen habe, arbeite ich Hauptberuflich als Musicaldarstellerin am Theater. Mir war früh klar, dass die Bühne mein Wohlfühlort ist und das ich gerne so viel Zeit wie möglich auf der Bühne verbringe.

Ich begann also meine Berufsausbildung und lernte schnell: mein Körper ist mein Kapital. Damit meine ich nicht in erster Linie gutes Aussehen, vielmehr meine ich, dass ich auf meinen Körper achten muss und ihn ständig fit halten muss. Stimmlich, körperlich aber auch geistig. Das bedarf viel Selbstdisziplin und Aufopferung.

Zusätzlich bedeutet dieser Job ständig zu Vorsingen und Vortanzen zu gehen und sowohl dort, als auch im Arbeitsprozess am Theater wird man regelmäßig mit Kritik konfrontiert. Ich spreche in diesem Fall nicht nur von Kritik von Außenstehenden, sondern auch von Kritik an sich selbst. Und mit Kritik ist das so eine Sache. In der Alltagssprache hat Kritik ein sehr schlechtes Image und ist sehr negativ behaftet aber am Theater ist das ein wenig anders. Ich persönlich verbinde damit eine gewisse Hassliebe, denn ohne Kritik, gibt es keine kreativen Prozesse!

Sie motiviert mich, mehr aus mir raus zu holen. Sie zwingt mich, Dinge mit anderen Augen zu sehen. Sie bestärkt mich bei Dingen, bei denen ich Zweifel hatte aber sie kann mich auch richtig aus der Bahn werfen.

Schon seit Beginn meiner Ausbildung wurde ich mit viel Kritik konfrontiert. Zu meinem Körper, meinem Aussehen, meinen Talenten, zu meiner Arbeitsweise. Manche sehr positiv, manche sehr negativ, manche einfach nur destruktiv. Ich habe mich anfangs oft mit der Frage auseinandergesetzt, ob ich mit einem anderen Körper oder einer anderen Stimme bessere Rollen bekommen oder einfacher an Jobs kommen würde. Dann ertappte ich mich dabei Kolleginnen um ihren Körper und ihre Stimmen zu beneiden, weil ich meinte, sie hätten es leichter als ich. Eines Tages bat ich eine meiner Ausbilderinnen um Rat und was sie mir damals sagte, bestärkt mich bis heute in meinem Berufsleben.

„Du musst wissen was du möchtest und dir bewusst sein, was dich ausmacht.“

So einfach und doch so schwer.

 

Also habe ich mich sehr ehrlich mit mir auseinandergesetzt. Ich habe mir bewusst gemacht was ich möchte und was ich für meinen Weg brauche. Wo meine Stärken und Schwächen liegen und dass meine vermeintlichen Schwächen mitunter das sind, was mich einzigartig macht. Ich habe gelernt Kritik abzuwägen und für mich positiv zu nutzen. Und vor allem habe ich gelernt, mich auf mich selbst zu besinnen und nicht darauf zu schauen, was andere haben oder können. Denn nur, wenn ich wirklich ehrlich zu mir bin, weiß ich was ich wirklich will und brauche um glücklich zu bleiben. Das ist natürlich weder einfach noch immer angenehm und ich behaupte bei Weitem nicht, all das immer umsetzen zu können, aber es ist für mich der einzige Weg in diesem Job mir selbst treu zu bleiben.

 

Ich habe mit vielen Kollegen darüber gesprochen und alle kommen wir in regelmäßigen Abständen immer an die selbe Frage. Ist es das Wert?

All die harte Arbeit, die Rückschläge, die Kritik, die Selbstzweifel und Existenzängste. Ist es das Wert?

 

Wenn man das Wort Leidenschaft nachschlägt findet man folgende Definition:

Leidenschaft (gesteigert, aber als Begriff abkommend: Inbrunst) ist eine das Gemüt völlig ergreifende Emotion. Sie umfasst Formen der Liebe und des Hasses[....] und beschreibt die intensive Verfolgung von Zielen von beispielsweise Kunstliebhabern, Sammlern oder von Tierfreunden. Im ursprünglichen Sinn schwingt der Beilaut von etwas Zerstörerischem oder Leiden Schaffendem mit.

 

Seit ich meine Ausbildung mit 21 Jahren abgeschlossen habe, arbeite ich Hauptberuflich als Musicaldarstellerin am Theater. Ich kann mir keinen Job vorstellen, den ich lieber machen würde und solange das so ist, kann und muss ich diese Frage nur mit JA beantworten, denn Theater ist für mich nicht nur ein Job, es ist meine Berufung, meine Leidenschaft.

 

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